Wir über uns

Was ist die "Freie Ritterschaft Draconis-Medard e.V." ?

Am 24.04.2005 fanden sich vier Mittelalterbegeisterte  - Karl-Heinz und Dagmar, Michael und Martina - und beschlossen als Gruppe der Mittelalterszene beizuwohnen.

Anfänglich waren wir uns dabei nicht ganz klar, wohin uns diese Zeitreise führen würde. So schwankten wir in unserem Outfit zwischen den Kelten, Wikingern und dem Mittelalter munter hin und her. Wann und wieso wir uns dann auf das Mittelalter des       ca.  10. bis 14. Jahrhunderts - also ungefähr der Epoche des Hoch- mittelalters - konzentrierten ist nicht mehr ganz nachvollziehbar, aber es muss so um 2006/2007 erfolgt sein.

Schnell konnten wir andere für unser Tun begeistern und so dauerte es nicht lange, bis wir Zuwachs bekamen. Für uns war und ist es sehr wichtig, dass diejenigen, die zu uns stoßen, auch außerhalb der Mittelalterevents einige Interessen mit uns teilen. Hierbei kann es sich um kulturelle Interessen wie zum Beispiel Musik oder Theater, aber auch einfachem, gemütlichen Beisammensein bei einem Glas Wein oder Bier und einem leckeren Essen handeln. Wichtig ist dabei nur, dass man mit Spaß und Freude vom oftmals öden und beruflich harten Alltag abschalten kann.

Nach fünf Jahren Präsenz in der Szene und vielen meist netten Begegnungen und Bekanntschaften, beschlossen wir 2010 aus der "rechtlosen" Gruppe einen eingetragenen Verein zu machen. Am 16.04.2010 fand im Rittersaal von Alexander und Silvia im verschlafenen Örtchen Macken im Hunsrück die Gründungs-versammlung statt, an der alle sich bis dahin zusammen gefundenen Mitglieder einfanden. Seit dem 29.04.2010 sind wir nun ein gemeinnütziger, eingetragener Verein.                                 (Amstgericht Koblenz, VR-Nr. 20689) 

Was will "Draconis-Medard e.V." ?

Uns liegt daran, unseren Spaß an der Geschichte, der Kultur und des Brauchtums des Mittelalters anderen Menschen näher zu bringen, mit Vorurteilen aufzuräumen und dadurch einen aktiven Beitrag zum Erhalt des mittelalterlichen Kulturerbes zu leisten.

Somit gehört handwerkliches Geschick beim Schildbau, bei der Herstellung von Gewandung und ledernem Gurtzeug ebenso zu unserem Betätigungsfeld wie der sichere Umgang mit Schwert und Axt sowie dem Langbogen und anderen damals gebräuchlichen Waffen.

Mit einstudierten Schaukampfstückchen, wie zum Beispiel "Das kleine Tavernenspiel" (Uraufführung anlässlich des "Tag des offenen Denkmals" am 14.09.2008) oder unserer Ausstellung "Mittelalter zum Anfassen" hatten wir schon einige Male die Möglichkeit unser Hobby einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. An dieser Stelle seien nur Museen, Schulen und auch Stadtfeste erwähnt, wo wir bei der Gestaltung aktiv mitwirken konnten. D. h., wir sind über den lediglich möglichen Besuch von Mittelalterevents als Gäste hinausgewachsen und versuchen eine sehr viel aktivere Rolle in der Szene zu finden. Deshalb tendieren wir immer mehr zum Lagerleben.

Natürlich bedeuten diese Aktivitäten und deren Vorbereitung auch, dass man Zeit investieren muss. Es soll hier keinesfalls so aussehen, als hätten wir hier einen zweiten Job neben unseren eigentlichen Berufen angetreten. Ich kann jedem versichern, dass auch hierbei der Spaß an der Sache immer im Vordergrund steht! Nur zu gerne erinnere ich mich an die Übungsstunden für unseren Schaukampf mit teilweise in Lachkrämpfen ausgearteten Versprechern bei den dazugehörigen Texten.

Ich möchte hier noch ein Wort zu der so oft in der Szene beschrieenen Authentizität verlieren, also dem mehr oder weniger vorhandenen Drang rein alles im Sinne und mit den Mitteln des Mittelalters zu bewerkstelligen. Nun, alle diejenigen, die dieses für ihr Seelenheil brauchen, sollen dies in Gottes Namen auch tun. Aber sie sollten auch die große Schar der Anderen respektieren und akzeptieren! Wir, "Draconis-Medard" zählen uns zu den Anderen. Wir versuchen, soweit es unsere finanziellen Mittel und unser handwerkliches Geschick es zulassen authentisch zu sein, erheben aber nie den Anspruch, dieses Ziel auf Teufel-komm-raus erreichen zu wollen. Jeder, der bei uns mitmacht, hat die Chance klein und bescheiden anzufangen und seine Rolle zu finden, wobei er sich jederzeit der Unterstützung der Gruppe sicher sein kann.

Was bedeutet der Name "Draconis-Medard" ?

Eine Gruppe braucht auch einen Namen. Da wir keinen geschicht-lichen Vorbildern nacheifern wollten, sollte der Name fiktiv sein und er sollte sich auf Wappen, Bannern etc. wirksam darstellen lassen. Irgendwie fanden wir zum Drachen (lt. Draconis) und stellten diesem den Schutzpatron unseres Heimatortes Bendorf / Rhein, dem heiligen Medard, zur Seite. An dieser Stelle möchten wir Herrn Bürgermeister Michael Syrè danken, der uns die Erlaubnis erteilte, auch das Stadtwappen Bendorfs zusammen mit unserem eigenen auf unseren Unterlagen zu verwenden.

Neben Namen und Wappen suchten wir noch einen Leitspruch. Mehr durch Zufall stießen wir beim Studium eines einschlägigen Mittelaltermagazins auf einen Bericht über die "Schweizer Garde" des Vatikans. Deren Devise "Tapferkeit und Treue" auf lateinisch "Acriter et Fideliter" gefiel uns -trotz der Schwierigkeiten einiger Mitglieder mit der lateinischen Aussprache- so gut, dass wir ihn auch auf unsere Fahne schrieben.

Wo ist "Draconis-Medard e.V." zu Hause ? 

Heimatort unseres Vereins ist, wie bereits erwähnt, eine kleine Stadt am Mittelrhein namens Bendorf. Sie liegt zwischen den Städten Neuwied (Fürstensitz derer zu Wied, Eishockey) und Koblenz (Moselmündung, Deutsches Eck, Buga 2011), dort wo die A48 Richtung Trier den Rhein überquert.

Bendorf besteht aus vier Stadtteilen (Bendorf-Stadt, Sayn, Mülhofen und Stromberg) und blickt auf eine große Zeit als Standort für Eisen- schaffende Industrie (Lossen, Krupp, Thyssen) sowie der Schwemm-steinproduktion zurück. Leider ist von dieser Industrie nicht viel übrig geblieben und die verbliebenen bzw. neu gegründeten mittelständischen Firmen können den Bedarf an Arbeitsplätzen nicht decken, wodurch viele Bürger zu Pendlern geworden sind.

An mittelalterlicher Geschichte kann Bendorf - den Ortsteil Sayn mal ausgenommen- mit keinen nennenswerten Reichtümern oder Ereignissen aufwarten, auch wenn in römischer Zeit ein Castell ansässig war.

Im Ortsteil Sayn hingegen findet sich ein Schloss (Baubeginn          ca. 14. Jh.) mit Schlosskapelle. Oberhalb des Schlosses thront seit  ca. 800 Jahren die imposante Stammburg der Fürsten zu Sayn-Wittgenstein. Wir, "Draconis-Medard", bedauern sehr, dass diese Anlage bzw. deren nähere Umgebung, wie zum Beispiel der Schlosspark, nicht zu Mittelalterveranstaltungen genutzt wird. Dies ist umso verwunderlicher, da Fürst Alexander Präsident der Deutschen Burgenvereinigung ist und man eigentlich meinen sollte, dass ihm an einer Belebung "sayner" Burg gelegen sein sollte. Vielleicht fürchtet man im Hause Sayn-Wittgenstein auch nur eine Verramschung des Kulturgutes. Wir wollen nicht abstreiten, dass dies vielerorts bereits geschehen ist. Aber jedem sollte doch bewusst sein, dass erst durch den Spaß an Geschichte und einem mehr oder weniger spielerischen Umgang mit ihr, bei den Menschen Begeisterung und ein ernsteres Interesse zu wecken ist.

Wir von "Draconis-Medard" sind hierfür das beste Beispiel!

 

 

Karl-Heinz von Draconis-Medard im Juli 2010

 

Ritter Karl-Heinz von Draconis-Medard